Statusverhalten – Teil 2

Im ersten Teil hast Du bereits die zwei Statusarten kennengelernt und die daraus resultierenden vier Konstellationen. Im heutigen Beitrag teile ich mit Dir Anzeichen, die vermehrt beim Hoch- und Tiefstatus zu vernehmen sind.

Hast Du den ersten Teil noch nicht gelesen, dann kannst Du es jetzt direkt nachholen oder Dir in meinem Podcast anhören.

Bei dem Hoch- und Tiefstatus geht es in erster Linie um Verhaltensweisen, nicht um den sozialen Status, welcher durch gewisse Titel, Besitztümer oder Positionen gesetzt sind.
Derjenige, der sich im Hochstatus befindet, wirkt in der Situation als dominierender Part. Die Person im Tiefstatus passt sich seinem Gegenüber an und nimmt daher die Rolle des Unterordnenden ein. Daraus resultiert eine Körpersprache, an der man den jeweiligen Status der Interagierenden lesen kann.

BereichHochstatusTiefstatus
Sprache– lässt sich nicht unterbrechen
– unterbricht andere
– klare Aussagen
– ignorieren eigene Fehltritte
– stellt Fragen, um andere zu verunsichern
– verhört andere mit Fragen
– lässt sich unterbrechen
– lässt andere aussprechen
– unklare, schwammige Aussagen
– entschuldigen sich häufiger
– fragt aus Unsicherheit nach
– lässt sich über Situationen ausfragen
Stimmeigenschaften– gleichmäßige Atmung
– klare und deutliche Stimme
– tiefere, entspannte Tonlage
– situationsbedingtes Brüllen und Schreien
– flache und schnelle Atmung
– leise und brüchige Stimme
– hohe, aufgeregte Tonlage
– situationsbedingtes Stottern und Nuscheln
Gestik und Mimik– hält Blickkontakt
– fokussiert den eigenen Blick
– macht offensive Handbewegungen
– ruhige und gezielte Bewegungen beim Sprechen
– weicht Blicken aus
– schweift mit dem Blick umher
– macht beschwichtigende Handbewegungen
– hektische und unruhige Bewegungen beim Sprechen
Körperhaltung– steht zentraler im Raum
– aufrechter und dabei entspannter Gang
– gerade Sitzhaltung
– große, zielgerichtete Schritte
– positioniert andere Personen aktiv um
– steht näher an der Wand
– angespannt, steif, erstarrt
– zusammengesunkene Sitzhaltung
– kleine, schnelle und unsichere Schritte
– berührt andere Person nicht

Nicht alle Merkmale sind immer zu erkennen oder gar in den Situationen vorhanden. Wer sich allerdings die Unterschiede bewusst macht, bekommt schnell ein Gefühl dafür und kann durch eigene Erfahrungen noch mehr Merkmale erschließen. Zudem, kann sich das Statusverhalten im Gespräch auch überschneiden oder wechseln, wenn es z.B. zu einem Themenwechsel kommt, wodurch auch der soziale Status sich beispielweise verschiebt. [Die Freundin, die plötzlich als Coach, Berater oder Vorgesetzte agieren muss. Oder der Praktikant, welcher über ein Fachwissen verfügt von dem ein Angestellten-Team plötzlich profitieren kann.]